Transportlogistik

Das kleine Einmaleins der Transportlogistik – Ein Interview mit Lars Seelheim

Hallo Lars. Du hast dich bereit erklärt, uns den Bereich der Transportlogistik näher zu bringen. Dafür danken wir dir recht herzlich. Müssen aber im Vorfeld sagen, dass Ihr eigentlich zu zweit seid. Dein Kollege Sebastian Wegner aber gerade im wohlverdienten Urlaub weilt.

Kannst du etwas zu der Entwicklung der Transportlogistik Bei Lensing Logistik erzählen?

Okay. Im Grunde genommen war die Transportlogistik früher eher ein Stiefkind. Hat zwar Kosten verursacht, war aber in den Hochzeiten der Aboauflagen nicht groß beachtet worden. Dann kam aber irgendwann der Schritt, dass man ein Auge auf den Bereich geworfen hat.

Die Logistik war im Aufgabenbereich des Einzelverkaufes mit angesiedelt. Die damalige Abteilungsleitung hat dann forciert, dass der direkte Kontakt zwischen Verlag und den Transportunternehmen der Beauftragung eines Generaldienstleisters gewichen ist. Um einfach Kostenkontrolle zu haben, also vorab zu wissen, welche Kosten im laufenden und kommenden Jahr entstehen. Aber auch um das Personal nicht mit vielen Einzelkontakten zu den Spediteuren zu binden, sondern nur einen Ansprechpartner zu haben. So kam es dann im Jahr 2001 zur Beauftragung eines Generaldienstleisters für die Transportlogistik in der Nacht.

Nach 19 Jahren haben wir die Struktur in diesem Jahr angepasst und die Steuerung wieder näher ans Haus geholt, um unseren geänderten Prozessen gerecht zu werden.

 Jetzt nimmst du uns eine Frage vorweg. Wie seid ihr denn aktuell aufgestellt?

Die Struktur hatte sich nach neunzehn Jahren überlebt. Wir wollten wieder mehr Wissen über das haben, was logistisch passiert und haben uns dann halt neu aufgestellt. Wir haben jetzt zwei Generaldienstleister, bei denen es sich auch um alteingesessene regionale Dienstleister aus unserem Verbreitungsgebiet handelt.

Ihr habt auch Abteilungen im Bereich der Logistik, die in eure direkte Zuständigkeit fallen. Welche sind das? Und Welche Tätigkeiten werden dort übernommen?

Es sind zwei Abteilungen. Schon länger in unserer Verantwortung, seit etwa 3,5 Jahren, die Abteilung Spitzenkommissionierung/Postversand. Dieser war vorher der Druckerei zugeordnet, hatte aber eigentlich seit jeher eine direkte Verbindung zu unserem Bereich. Diese Abteilung steht unter der Leitung von Herrn Barz, der zusammen mit Herrn Beckmann den Einsatz der Kolleginnen und Kollegen dort organisiert. Hier passieren im Grunde mehrere Dinge, die für unsere Zustellerinnen und Zusteller interessant sein dürften.

Einerseits die Erstellung der zweiten Spitzen, also alles was nicht in den Spitzen der Hauptausgaben verarbeitet werden kann. Namentlich Fremdzeitungen wie die Süddeutsche Zeitung, aber auch die Zeitschriften wie c’T oder Reiter und Pferd.

Den zweiten Bereich, kriegen die Zusteller eher nicht mit. Das ist die Adressierung der Tageszeitungssendungen für die Zustellung über die Deutsche Post.

Auch die Pakete für die Resthaushaltsverteilungen werden dort gepackt. Das dürfte vielen Zustellern ein Begriff sein.

Die zweite Abteilung die seit April zu uns gehört ist die Rampenaufsicht. Die beiden Kollegen, Herr Beyer und Herr Kötter, die dort tätig sind, schauen, dass vom Transportband bis in die Fahrzeuge alles ordnungsgemäß funktioniert. Sie koordinieren die Fahrzeuge auf dem Hof, damit jedes Fahrzeug an der richtigen Stelle an der Rampe steht. Sie prüfen auch die korrekte Verladung der Pakete auf die richtigen Fahrzeuge.

Für welche Unternehmensbereiche seid ihr aktuell tätig?

Wenig überraschend für den Verlag Lensing-Wolff, sprich alles was den Transport unserer hauseigenen Titel betrifft. Aber auch für Brief und Mehr. Seit Anfang des Jahres organisieren wir auch die Transportlogistik unseres Briefdienstleisters aus Münster.

Also bedient ihr den Druckstandort in Dortmund und das Briefzentrum in Münster?

Genau. Ganz genau. Da gibt es ja viele Verknüpfungen, die die Briefzusteller schon kennen. Da versuchen wir Dinge zu verbinden, um Transporte sinnvoller einzusetzen, um vielleicht Brief und Zeitung gleichzeitig zu transportieren.

Welche Herausforderung hat euch in der letzten Zeit am stärksten gefordert?

Ich glaube schon, dass das Zurückholen der Transportlogistik nach neunzehn Jahren die größte Herausforderung für mich persönlich war. Zumal es mein Anspruch war, dies geräuschlos über die Bühne zu bringen. Was aus meiner Sicht auch sehr gut funktioniert hat.

…das Feedback der Kollegen bestätigt deine Einschätzung nachweislich.

Aber auch am Anfang des Jahres ein ganz neues Feld, nämlich die Brieflogistik, war eine enorme Herausforderung. Diese ist nicht einszueins mit der Logistik für Tageszeitungen zu vergleichen. Bis man dahinter steigt vergeht etwas Zeit.

…und plötzlich transportiert man Lastenfahrräder.

Ja, plötzlich transportiert man Fahrräder. Und man hat, neben der Auslieferung der Briefe an die Verteilstandorte, auch die Einlieferung von Abholungen im Briefzentrum. Das muss man erst mal fassen und verstehen.

Was sind denn eure Herausforderungen im Tagesgeschäft?

Da wir sehr stark projektgebunden arbeiten, haben wir versucht uns von wiederkehrenden Aufgaben nach Möglichkeit frei zu machen. Es sind aber die Probleme der vorhergehenden Nacht, die wir am Morgen nachbearbeiten. Gerade für die Logistik im Briefbereich können wir hier noch Dinge retten, die nicht glatt gelaufen sind.

Und dann gibt es ja immer noch die kleinen, unvorhersehbaren Vorkommnisse die kurzfristig gelöst werden wollen. Spätestens danach fängt man an den nächsten Tag zu planen. Oftmals geht das aber natürlich Querbeet durcheinander.

…und es ist manchmal schwierig euch zu greifen.

…ja, weil wir wirklich viel telefonieren. (an dieser Stelle lachen alle Anwesenden gleichzeitig)

Gibt es eine bestimmte Situation im Rahmen der Transportlogistik, an die ihr euch im positiven oder negativen Sinne erinnert?

(…denkt kurz nach) Das ist der Komplettausfall im Druck in Dortmund den ich einmal erlebt habe. In der Nacht war ich zufällig an einem anderen Druckstandort mit unserem Geschäftsführer Herr Euler unterwegs. Da bleibt in Erinnerung, dass wir alle Ausgaben auf einen anderen Standort umgelegt haben. Das letzte Fahrzeug war dann um halb sechs vom Hof.

Positiv habe ich die Einführung der TWI-Maschine im Bereich der Spitzenkommissionierung im Hinterkopf, zumal diese auch direkte Auswirkungen auf die Zustellung hat. Dies ist ein Sortierregal, das bei der Bildung der zweiten Spitze unterstützt. Dies hat unsere Sortierung auf einfachen, flachen Holztischen abgelöst.

Welches Projekt steht denn bei euch demnächst an?

Aktuell steht bei meinem Kollegen Sebastian Wegner das Controlling Cockpit an erster Stelle. Also ein Tool, um unsere logistischen Kennzahlen im Blick zu haben. Aber auch die Änderungen durch den Zusammenschluss mit dem Verlag Bauer aus Marl wird uns beschäftigen.

Lieber Lars! Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen euch bei den nächsten Projekten viel Erfolg.

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