Logistik-Job an der Angel

Vor einem Jahr angelte sich André Felling einen Vollzeit-Job bei Lensing Logistik in Haltern am See. Die Anstellung
sorgt beim 42-jährigen Familienvater für Sicherheit. Denn zuvor hatte er sein Hobby zum Beruf gemacht – und an der
Weseler Str. 86 in Haltern sein eigenes Angel-Fachgeschäft eröffnet.

Die Geschichte könnte jedem von uns passieren: André Felling
ist gelernter Schlosser. Aber eine seltene Metallallergie
machte ihm die Ausübung seines gelernten Berufes unmöglich.
Eine Umschulung führte den passionierten Angler – „Seit
ich Laufen kann, angele ich schon. Mein Vater hat mich immer
zum Angeln mitgenommen.“ – in ein Angelgeschäft nach Lüdinghausen.
Und dort reifte der Lebenstraum: Das Hobby zum
Beruf machen. Mit Unterstützung der eigenen Eltern machte
sich André Felling vor vier Jahren selbstständig. Mit dem Angelshop
„A.Fishing“ in Haltern-West.
Als sich vor gut einem Jahr Nachwuchs bei Familie Felling ankündigte,
war den werdenden Eltern schnell klar: Wir brauchen
eine finanzielle Absicherung. Denn der Angelladen allein
konnte die junge Familie nicht ernähren. Und dann war es ein
befreundeter Kunde des Angelshops, der den entscheidenden
Tipp gab: „Bei der Halterner Zeitung suchen sie Mitarbeiter in
der Zustellung. Bewirb Dich mal.“. Ein Gespräch mit Teamleiter
Felix Graw und Logistik-Mitarbeiter Michael Rath später, hatte
André Felling die auch von seiner schwangeren Frau geforderte
Sicherheit: eine Festanstellung bei Lensing Logistik


Hohe Flexibilität
Als hauptberuflicher Zusteller arbeitet der gebürtige Halterner,
der seit 15 Jahren im Ortsteil Sythen wohnt, 40 Stunden
in der Woche für Brief und mehr und Halterner Zeitung. Den
42-Jährigen zeichnet eine hohe Flexibilität aus: Erst hatte er
die Nachtschicht übernommen, später wechselte er in die Tageszustellung.
Sein Teamleiter schätzt die hohe Flexibilität
seiner Vollzeitkraft: „André Felling wird im Nachlieferbereich
eingesetzt, in der Exklusivzustellung von Brief und mehr, in
der Post-Abholung, aber auch in der Nachtzustellung“, sagt Felix
Graw. Dass André Felling dort anpackt, wo Hilfe benötigt
wird – das zeichnet einen hauptberuflichen Zusteller aus. Ein
gemeinsames Ziel verbindet alle im Team: Am Ende des Tages
müssen alle Zeitungen und Briefe zugestellt sein.
Die Öffnungszeiten seines Angelfachgeschäftes hat der passionierte
Angler daher angepasst. Nur noch donnerstags und
freitags von 17 bis 18:30 Uhr sowie samstags von 10 bis 13
Uhr ist die Ladentür geöffnet. „Das reicht aus. Die letzten dürren
Sommer waren schon hart für die Angelbranche. Es war
ja fast alles ausgetrocknet“, gibt André Felling Einblicke in die
Sorgen eines selbstständigen Angelshop-Betreibers. Er selbst
ist Mitglied im ASV Petri Heil Haltern, aber auch noch in drei
weiteren Angelsportvereinen. Am liebsten führt es ihn und
seine Angelruten an den Halterner Stausee – dort hat er eine
Boots- und Uferkarte zum Angeln – aber auch die Stever, der
Wesel-Datteln-Kanal und die Lippe sind beliebte Angelreviere.
Am allerliebsten angelt der Sythener aber in Holland: „Dort
sind „catch und release“ noch problemlos möglich, geangelte
Fische wieder ins Wasser zurückzugeben. In Deutschland
werden wir Angler dafür von so genannten Tierschützern mit
Steinen beworfen…“
Die Ruhe beim Angeln – das liebt André Felling seit seiner
Kindheit. „Ich schalte ab, komme zu mir. Das ist ein herrliches
Gefühl.“ Vergleichbar mit der Arbeit im Zeitungsbezirk, wenn
alles still und ruhig ist, der Bote einsam seine Runde dreht.
Und es muss nicht immer der dicke Fisch am Haken hängen,
um glücklich zu sein. „Ich kam einmal freudestrahlend nach
Hause und meine Frau meinte, ich sei besonders erfolgreich
gewesen. Ganz das Gegenteil war der Fall: Ich hatte keinen
einzigen Fisch gefangen. Dafür hatte sich ein wunderschöner
Eisvogel auf meine Angelrute gesetzt. Ein wunderschöner Anblick
der Natur, ein Moment für die Ewigkeit“, erzählt André
Felling kein Anglerlatein.

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